Medizinisches Cannabis als Ersatz für Opioide

  • Opioide können nachweislich gegen schwere und chronische Schmerzen helfen. Allerdings haben diese Schmerzmittel auch gravierende Nachteile wie starke Nebenwirkungen, das hohe Suchtpotenzial und das Risiko, bei längerer Einnahme eine Toleranz zu entwickeln. Medizinisches Cannabis kann eine nebenwirkungsarme Alternative zu Opioiden sein, was neuste Studien belegen.




    Medizinisches Cannabis als Ersatz für Opioide

    Inhaltsverzeichnis

    In den USA steigen die Verschreibungszahlen der Opioide wie Fentanyl, Tramadol etc. zunehmend an. Experten sprechen sogar von einer „Opioide-Epidemie“. Seit dem Jahr 1999 haben sich die Todesfälle durch Opioide auf Rezept vervierfacht. Denn eine Überdosierung kann zu einer lebensgefährlichen Atemdepression (Atemstillstand) führen.


    Auch in Deutschland ist beobachtbar, dass die Verschreibungszahlen steigen. Früher wurden diese starken Schmerzmittel von Ärzten lediglich bei tumorbedingten Schmerzen oder aber nach Operationen verschrieben. Inzwischen erfolgt die Verordnung bei zahlreichen weiteren Indikationen. Dabei dürfen Ärzte die starken Schmerzmittel nur auf einem BTM Rezept verschreiben.


    Was sind Opioide?


    Opioide (Opioid-Analgetika) sind im Grunde ein Sammelbegriff für Wirkstoffe mit morphinartigen Eigenschaften, die an den Opioidrezeptoren im Körper wirken. Es handelt sich hierbei um sehr starke Schmerzmittel, für die die Weltgesundheitsorganisation ein dreistufiges Schema (WHO-Stufenschema) im Rahmen der Schmerztherapie vorsieht. Hier werden die Schmerzen in schwach, mittelstark und stark aufgeteilt.


    Schwache Schmerzen (Stufe 1): Behandlung mit nicht-opioid Analgetikum (z. B. Acetylsalicylsäure oder Paracetamol).

    Mittelstarke Schmerzen (Stufe 2): Einsatz schwächerer Opioide (z. B. Tilidin oder Tramadol).

    Starke Schmerzen (Stufe 3): Behandlung mit starken Opioiden (z. B. Morphin oder Buprenorphin).

    Opioide werden anhand der Stärke bzw. ihrer schmerzstillenden Eigenschaften unterschieden. Der bekannteste Arzneistoff ist Morphin (Morphium). Wirkstoffe wie Codein, Tramadol, Dextropropoxyphen und Dihydrocodein wirken schwächer als Morphin und Fentanyl, Buprenorphin, Hydromorphon und Sufentanil sind stärkere Substanzen als Morphium.


    Generell gilt in der medikamentösen Schmerztherapie folgendes Prinzip: So viel wie nötig und so wenig möglich. Bei chronischen Schmerzzuständen werden die Medikamente im Rahmen der Therapie fortlaufend gegeben, damit es mit einer möglichst geringen Dosis möglich ist, die Schmerzzustände langfristig zu lindern.


    Was ist der Unterschied zwischen Opiaten und Opioiden?


    Bei den Opiaten handelt es sich um psychoaktive Substanzen. Diese werden aus dem Milchsaft des Schlafmohns gewonnen. Dieser enthält vorwiegend die Substanzen Morphin und Codein. Opioide werden hingegen synthetisch hergestellt und besitzen eine morphinähnliche Wirkung. Tilidin, Tramadol und Fentanyl sind beispielsweise synthetische Opioide.


    Das wohl bekannteste halbsynthetische Opioid ist das Heroin. Hergestellt wird Heroin durch die Acetylierung aus Morphin, einem chemischen Prozess. Ein vollsynthetisches Opioid ist beispielsweise Methadon. Genutzt wird Methadon als Heroin-Ersatzstoff bei Substitutionsprogrammen.


    Was ist Naloxon?


    Im Zusammenhang mit Opioidmedikamenten taucht auch häufig der Begriff Naloxon auf. Hierbei handelt es sich um einen Opioid-Antagonist, der die Wirkung von Opiaten und Opioiden aufheben kann. Eingesetzt wird der Arzneistoff vor allem bei einer Opiatüberdosierung. Gegen eine Atemdepression kann Naloxon innerhalb von Sekunden wirken. Dies ist besonders wichtig, denn eine Atemdepression kann lebensgefährlich sein.


    Wie wirken opioide Schmerzmittel?



    Opioide binden an die Opioid-Rezeptoren im Körper.

    Der Körper besitzt ein schmerzhemmendes System, das die Schmerzempfindung dämpfen kann. Dieses System befindet sich vorwiegend im Rückenmark und im Gehirn. Hier sitzen die Opioid-Rezeptoren, die bei Aktivierung die Schmerzsignale unterdrücken. Im Übrigen gibt es auch endogene Opioide. Hierzu gehört das bekannte Endorphin.


    Das Gehirn schüttet unter physischem und psychischem Stress körpereigene Botenstoffe wie Endorphine und Enkephaline aus. Diese binden sich an die Opioidrezeptoren, damit Schmerz- und Missempfindungen vorübergehend ausgeschaltet werden. Dieser „Mechanismus“ erklärt, warum beispielsweise Unfallopfer ihre Verletzungen in der Akutsituation nicht spüren. Dank der natürlichen Schmerzstillung bleibt der Körper zunächst handlungsfähig. Die Wahrnehmung der Schmerzen erfolgt erst später.


    Schmerzmittel werden an den Opioidrezeptoren wirksam. Inwieweit sich die analgetische Wirkung sowie die Nebenwirkungen zeigen, ist abhängig von der Art des Opioidrezeptors. Dabei werden die wichtigsten Rezeptoren mit griechischen Buchstaben wie Mü, Kappa, Delta und Sigma bezeichnet, wobei die meisten Wirkstoffe Agonisten des Mü-Rezeptors sind. Werden die Rezeptoren erregt, so zeigt sich die typische Wirkung:


    Schmerzunterdrückung

    Reduzierung der Konzentrationsfähigkeit

    Hemmung der Atmung / Blockierung des Hustenzentrums

    Versteifung der Skelettmuskulatur

    Verengung der Pupillen

    Reduzierung von Angstzuständen

    Gefühlsschwankungen (positiv oder negativ)

    Verlangsamung des Gallenflusses

    Verstopfung

    Blutdruckabfall durch Erweiterung der Blutgefäße

    Hemmung von Übelkeit und Erbrechen

    Hemmung der Nierentätigkeit / Verminderung der Urinausscheidung

    Hautrötungen, Juckreiz, Nesselsucht sowie Bronchialkrampf bei Asthmatikern durch die Freisetzung des Gewebshormons Histamin

    Während einige der zuvor genannten Wirkungen erwünscht sind, weisen dieArzneimittel auch viele unerwünschte Wirkungen auf.


    Klassische Schmerzmittel wie Aspirin oder Paracetamol wirken anders als Opioide. Über die Wirkweise können Sie sich in diesem Artikel informieren.


    Machen Opioide abhängig?


    Laut der gängigen Lehrmeinung sollen wirksame Opioide nicht abhängig machen. Zumindest nicht im klassischen Sinne wie das beispielsweise bei Heroin der Fall ist. Folgt man dieser Lehrmeinung, so irritiert es, dass von den gleichen Ärzten empfohlen wird, die starken Arzneimittel nicht von heute auf morgen einfach abzusetzen. Denn der Körper gewöhnt sich an die Schmerzmedikamente, weshalb diese „ausgeschlichen“ werden müssen.


    Aber selbst mit der immer weiteren Verringerung der Dosis können Probleme bzw. Entzugssymptome auftreten. Folgende Symptome können auftreten:


    Angst, Unruhe, Stimmungsschwankungen

    Schlaflosigkeit

    Übelkeit, Erbrechen, Durchfall

    stechende Muskelschmerzen

    Gesichtsschwellungen

    Zittern der Hände

    Kopfschmerzen

    verändertes Essverhalten

    Gewichtsabnahme oder -zunahme

    Toleranzentwicklung bei längerfristiger Einnahme


    Opioide können ihre Wirksamkeit im Verlauf der Therapie verlieren. Diese sogenannte Opioidtoleranz beginnt nach wiederholter Gabe des Schmerzmedikamentes. Patienten beklagen dann eine unzureichende Schmerzlinderung trotz höherer Dosierung.


    Um die ursprüngliche schmerzstillende Wirkung zu erreichen, ist die Erhöhung der Dosierung notwendig. In einigen Fällen wird eine bis zu 10-fache Erhöhung mit der Zeit notwendig, um wieder eine für den Patienten zufriedenstellende Schmerzlinderung zu erreichen, solange die Nebenwirkungen tolerabel sind.


    Darüber hinaus gibt es auch den Ceiling-Effekt. Trotz einer Steigerung der Dosierung kommt es nicht zu einer Zunahme der Wirkung. Dieser Effekt kann bei Buprenorphin auftreten.

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