Meta-Analyse von Studien zu Medizinalcannabis

  • Eine aktuelle Meta-Analyse, durchgeführt vom australischen National Drug and Alcohol Research Centre in Sydney, findet keinen überzeugenden Beweis für den medizinischen Nutzen von Cannabis bei psychischen Erkrankungen.


    Der medizinische Nutzen


    Wie groß der medizinische Nutzen von Cannabis ist, ist für einige Krankheiten noch nicht abschließend erforscht. Eine Gruppe von Wissenschaftlern unter der Leitung von Louisa Degenhardt hatte es sich daher zur Aufgabe gemacht, in einer Meta-Analyse Studien für sechs verschiedene Erkrankungen zusammenzufassen.


    Bei diesen handelte es sich um:


    ADHS

    Angststörungen

    Depressionen

    Posttraumatische Belastungsstörungen

    Psychosen

    Tourette-Syndrom

    Insgesamt wurden dabei 83 Studien mit ca. 3.000 Teilnehmern ausgewertet.


    Die Ergebnisse der Meta-Analyse


    Die Ergebnisse der Studie wurden in einem Journal für Psychiatrie veröffentlicht. So ist der Interpretation der Meta-Analyse um das Team von Prof. Dr. Louisa Degenhardt zu entnehmen, dass es kaum Hinweise darauf gibt, dass Cannabinoide depressive Störungen und Symptome, Angststörungen, Aufmerksamkeitsdefizite, Hyperaktivitätsstörungen, Tourette-Syndrom, posttraumatische Belastungsstörungen oder Psychosen verbessern.


    Zwar können demnach Medikamente mit dem Cannabiswirkstoff THC vermutlich die Symptome bei Patienten mit Angststörungen lindern. Laut einer einzelnen Studie sollen THC-haltige Medikamente bei Patienten mit einer Psychose diese jedoch andererseits sogar noch weiter verschlimmern.


    Davon abgesehen soll sich aus den vorliegenden Studien nicht ableiten lassen, dass cannabishaltige Mittel eine über den Placebo-Effekt hinausgehende positive Wirkung bei den genannten Krankheiten haben.


    Auch gehe aus der Analyse der Studien hervor, dass es nur sehr wenige Qualitätsnachweise dafür gebe, dass pharmazeutisches THC – mit oder ohne CBD – überhaupt zu einer kleinen Verbesserung der Angstsymptome bei Personen mit anderen Erkrankungen führe.


    Fazit der Meta-Analyse


    Daraus wurde gefolgert, dass es noch immer keine ausreichenden Hinweise existieren, um konkrete Leitlinien für den Einsatz von Cannabinoiden zur Behandlung psychischer Störungen innerhalb eines regulatorischen Rahmens zu geben.


    Schließlich resümiert das Forscherteam, dass weitere hochwertige Studien erforderlich sind, die die Wirkung von Cannabinoiden auf die Behandlung psychischer Störungen direkt untersuchen. Finanziert wurde die Meta-Analyse vom australischen Gesundheitsministerium in Zusammenarbeit mit den US-amerikanischen Gesundheitsbehörden.


    Andere Studien, andere Ergebnisse


    In unserem Leafly.de Artikel über Depressionen und Stimmungstief berichteten wir davon, dass verschiedene wissenschaftliche Studien nahe legen, dass die Cannabinoide wie THC und CBD eine antidepressive Wirkung haben können.


    Besonders interessant ist hier eine Studie von der McGill University in Montreal, Kanada. Die Forscher führten aus, dass die Wirkung von THC auf das depressive Verhalten und das Serotonin-System zurückzuführen sei. In Experimenten mit Ratten konnten sie zeigen, dass eine wiederholte THC-Gabe innerhalb von fünf Tagen einen antidepressiven Effekt zeigte. Eine Einmalgabe löste diesen Effekt nicht aus. Die Forscher kamen daher zu dem Schluss, dass medizinisches Cannabis mit einem geringen THC-Gehalt als Behandlungsoption in Betracht gezogen werden könnte.


    An der Universitätsklinik Hannover wird derzeit die erste deutsche Studie mit Tic-Patienten durchgeführt. Von dieser Studie erhoffen sich nicht nur deutsche Mediziner und Patienten neue Erkenntnisse.


    Leafly.de Fazit


    So unterschiedlich die oben getroffenen Aussagen der Studien sind, sind auch die Meinungen der Mediziner. Wir wünschen uns, dass im Sinne der Patienten weitere Studien durchgeführt werden, um hier Sicherheit und Klarheit für alle herzustellen.


    Quelle: https://www.leafly.de/medizina…1vz1VhWharmR1BXuxDyC96NAg

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