450 Ärzte in Bayern verschreiben Cannabis

  • 450 Ärzte in Bayern verschreiben Cannabis

    Die Grünen kritisieren, dass viele Patienten keine Ärzte finden, die sich fachlich in der Lage sehen, Cannabis als Medizin zu verordnen


    Viele Cannabiskonsumenten sind in den letzten Jahren mit gestrecktem Marihuana in Berührung gekommen. Streckmittel sind unter anderem Schimmel, Blei, Glas, Haarspray oder Kaliumdünger. Dadurch droht neben einer unbefriedigenden Wirkung und einem unangenehmen Geschmack eine akute Gesundheitsgefahr. Betroffene berichten von Atemwegsproblemen bis zu komplettem Lungenversagen. Grünen-Fraktionschef Katharina Schulze interessierte sich jetzt dafür, welche Streckmittel die Polizei in Bayern in Cannabis gefunden hat. „Viele Patienten mit teils schweren Erkrankungen beklagen zur Zeit außerdem, dass sie keine Ärzte finden, die sich fachlich in der Lage sehen, Cannabis als Medizin zu verordnen“, schreibt sie. „Wie nimmt die Staatsregierung das Problem wahr?“, fragte sie.


    Das Innenministerium antwortet, das Landeskriminalamt (LKA) habe von 2012 bis 2016 4741 Cannabisproben untersucht – das entspricht 1266 Kilogramm. Darin seien keine Streckmittel nachgewiesen worden. Allerdings sei dem LKA auch nicht im Detail bekannt, ob beim Herstellungsverfahren von Haschisch „die dabei zum Einsatz kommenden Stoffe prozesstechnisch geboten sind oder ob es sich dabei um Streckmittel handelt“. Gute Nachricht für Kiffer: Der durchschnittliche THC-Gehalt in Kraut ist seit 2012 von 1,9 auf 3,1 Prozent im Jahr 2016, der THC-Gehalt von Blüten von 10,0 auf 11,9 Prozent gestiegen.


    Es gibt keine Verpflichtung für Ärzte, sich Kenntnisse zu Cannabis in der Medizin anzueignen


    Eine Drogenprüfinstitution, sogenanntes Drugchecking, lehnt die Staatsregierung

    ren ab. „Die labortechnische Analyse von illegalen Drogen auf ihre Inhaltsstoffe zur besseren Abschätzung möglicher Gesundheitsgefährdungen steht im diametralen Gegensatz zur Abstinenzorientierung der bayerischen Drogen- und Suchtpolitik“, schreibt das Ressort von Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). Außerdem würden enthaltene Wirkstoffe unter Umständen nur teilweise oder gar nicht erkannt, was dem erklärten Ziel des Drugchecking nach einer zuverlässigen Analyse nicht erfülle.


    Dem Gesundheitsministerium sind auch keine Beschwerden bekannt, weil Patienten kein Cannabis von ihrem Arzt verschrieben bekommen. „Auch der für die Sicherstellung der vertragsärztlichen Versorgung zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung Bayern liegen keine Patientenbeschwerden vor“, heißt es in der Antwort. Es hätten sich lediglich vereinzelt Patienten nach den Voraussetzungen der Verordnung von Cannabis erkundigt. Insgesamt hätten seit Oktober 2017 450 Ärzte Cannabis verschrieben.


    Laut Ministerium besteht für Ärzte aber keine „Verpflichtung durch die Staatsregierung zum Erwerb von Kenntnissen über den heilkundlichen Einsatz von Cannabis in der Medizin.“ Zwar sollten sich Ärzte regelmäßig fortbilden. Wenn aber Patienten kein Cannabis verordnet bekommen, könne dies auch daran liegen, „dass ein fachlich geeigneter Arzt den Gesundheitszustand, die Behandlungsfähigkeit oder die Erfüllung der gesetzlichen Voraussetzungen medizinisch anders beurteilt als der Patient selbst“. (David Lohmann)


    Quelle: https://www.bayerische-staatsz…VCvAbUaD5f6LY#topPosition

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